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(M)eine Meinung: „Die Meldeinzidenz ist problematisch“

Der Statistik-Professor Helmut Küchenhoff hat im Interview mit tagesschau24 erläutert, warum er die „Meldeinzidenz“ für nicht geeignet hält, um das tatsächlich Ausmaß der Corona-Pandemie zu erfassen. Zumindest als „primärer Indikator“ sei die Inzidenz ungeeignet, so Küchenhoff, der an der Ludwig- Maximilians-Universität München Statistik lehrt.

Quelle: Statistiker zu Corona-Daten: „Die Meldeinzidenz ist problematisch“ | tagesschau.de

Nun sind wir im 3. Pandemie-Jahr und immer noch wird über die Art und Weise, wie die Pandemie zu überwachen ist, gestritten.

Erstmal ist es egal welche variante an Daten / Zahlen / Statistiken genutzt wird, wenn nicht mal annährend vollständig gemeldet wird. Die Gesundheitsämter aber auch die Testzentren, Ärzte und Krankenhäuser sind hoffnungslos überlastet und können gar nicht ausreichend sichere Zahlen liefern.

Wir haben derzeit die höchsten täglichen gemeldeten Neuinfektionen und sind noch lange nicht am Ende dieser „Welle“. Der Gesundheitsminister Herr Lauterbach hat selber vor Kameras die Aussage getätigt, das mit 400.000 tägliche Neuinfektionen gerechnet wird. Mit 5-10 Tagen Verzögerung wird erst ersichtlich, wie viele dieser Neuinfektionen auch eine Medizinische Betreuung brauchen. Nehmen wir an 1% der 400.000 braucht Behandlung im Krankenhaus, egal ob Intensiv oder Normal Station. Das sind 4.000 Menschen täglich!

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Quelle: RKI – Infektionskrankheiten A-Z – Gesamtübersicht der pro Tag ans RKI übermittelten Fälle und Todesfälle, Stand: 28.1.2022

In der 3. KW (also vom 24.01. bis 28.01., die 5 Arbeitstage an den noch halbwegs Daten gesammelt werden), waren 4 der 5 Tage über 100.000 Neuinfektionen. Nehmen wir wieder an, 1% davon brauchen Behandlung. Das sind in dieser Woche alleine ~9.400 Personen die Behandlung brauchen, in ca. 5-10 Tagen, also 5.-6. KW (Anfang Februar).

Da die Omnicron Variante einen milden Verlauf in der Regel vorweist, sind zwar die Intensiv Stationen weniger belegt, aber trotzdem nehmen die Behandlungen in den Normal Stationen der Krankenhäuser zu. Das braucht Personal und das ist der Engpass bundesweit.

Mittlerweile im 3. Jahr und es fehlt an allen Ecken. Das System ist langsam und ungenau. Wenig automatische, digitalisierte Prozesse. Dies sorgt für das schlechte und ungenaue Lagebild.

Was soll gemeldet werden? Am besten alles.

Herr Küchenhoff hat Recht und Unrecht. Das liegt daran, dass seine (scheinbar) Informationen nicht vollständig sind. Denn Deutschland nutzt schon lange nicht mehr nur die „Meldeinzidenz“ als alleiniges Mittel die Pandemie zu bewerten.

Wichtig sind schon die Anzahl der Neuinfektionen pro Tag (wie ich bereits ob angeführt habe), aber genauso wichtig sind die Anzahl der Krankenhausbelegungen. Deshalb gibt es die Hospitalisierungsrate.